zur Startseite
Aktuelles

Der Bau der Umfahrung Wieselburg soll zur Entlastung der Wieselburger/Innen und zur Belastung der Ybbser/Innen werden

v.l.n.r.: hinten: Direktorin Margit Preinreich, Labg. Dr. Günther Sidl (Umweltsprecher der SPÖ NÖ), Robert Breuss, BGM Alois Schroll, Werner Preinreich, Werner Steinmetz, Herr Richard Scheibelberger, Hilde Steinmetz vorne: Simon und Jakob Hochpöchler; Fotocredit Stadtgemeinde Ybbs

Auf den Internetseiten des Landes NÖ ist folgender Passus unter „B25 Umfahrung Wieselburg/Allgemeines" zu finden:

„In Wieselburg fließt derzeit der gesamte Verkehr der Landesstraße B 25 mitten durch das Ortsgebiet. Die neue Umfahrung soll in Zukunft wesentlich zur Entlastung vom Durchzugsverkehr und zur Steigerung der Lebensqualität für die Bewohner sowie für eine Erhöhung der Sicherheitsbedürfnisse der Verkehrsteilnehmer im Ortsgebiet von Wieselburg sorgen. Die Verkehrsentlastung in Wieselburg beträgt durch die Errichtung einer neuen Umfahrung bis zu 50%."

Eine solche Großbaustelle bedarf Unmengen an Baumaterials. So auch den notwendigen Bauschotter, der im Falle der Umfahrung Wieselburg vom Semmering-Basistunnel nach Wieselburg transportiert werden muss. Wie der Ybbser Bürgermeister Alois Schroll erfahren musste, ist die Entladung des Schotters nicht in Wieselburg, sondern in Ybbs geplant. Das Firmengelände des Unternehmens Parik in Neusarling/Ybbs ist für die Entladung und Umladung auf LKWs vorgesehen. Das Baumaterial soll folglich von Neusarling über Bergland und Petzenkirchen zur Großbaustelle in Wieselburg transportiert werden.

Ein Gespräch mit den Verantwortlichen der Firmen Parik und Porr beim Ybbser Stadtchef brachte keinerlei Aufklärung über die voraussichtlichen Ent,- und Belademaßnahmen. Die zu dem Vorhaben notwendigen, und vom Bürgermeister angeforderten Unterlagen, blieben die Firmen Parik und Porr der Stadtgemeinde Ybbs bis zum heutigen Tag schuldig.

Fakt wäre die Um,- und Beladung von mindestens 1000 Tonnen auf täglich 90-130 LKW-Fahrten durch Neusarling, Oberegging und Petzenkirchen im Zeitraum von mindestens 15 Monaten, jeweils von Montag bis Freitag.

Bürgermeister Alois Schroll sieht hierin eine unzumutbare Verschlechterung der Lebens,- und Gesundheitsqualität durch Lärm und Staubbelastung seiner Gemeinde. Weiterhin erkennt er durch die geplante Ybbser Infrastrukturnutzung für die Umfahrung Wieselburg in Neusarling eine massive Verkehrseinschränkung und damit nicht zu gewährleistende Sicherheit im Straßenverkehr für seine Bürgerinnen und Bürger. Zeitgleich besteht im Stadtteil Neusarling in den kommenden 12-14 Monaten die Großbaustelle des Hochwasserschutzes für Neusarling, Sarling, Unterhaus, Aigen und Säusenstein. Ein Verkehrschaos wäre vorprogrammiert.

In einem direkten Schreiben vom 28.06.2018 an die zuständige Abteilung Umwelt,- und Energierecht des Landes NÖ legte Bürgermeister Alois Schroll seinen Protest gegen das Vorhaben der Ent,- und Beladung des Schotters in der Stadtgemeinde Ybbs ein. Der aktuelle Bau des Hochwasserschutzes im betroffenen Stadtgebiet stellt einen Aspekt für die Ablehnung in seiner Stellungnahme dar. Weiterhin untermauert er mit Haftungspunkten gegenüber den Geleisbetreiber während der Hochwasserschutzarbeiten seinen Protest. Eindringlich erörterte er in seinem Schreiben die nicht zu gewährleistende Sicherheit seiner Bürgerinnen und Bürger unter den geplanten Umständen. Seinen Erläuterungen folgte weiterhin das dringende Ersuchen um Einbeziehung bei allen, seine Gemeinde betreffenden, weiteren Überlegungen.

„Wir haben mit dem Land NÖ eine hervorragende Zusammenarbeit. Das Abladen und Umladen von Bauschotter für die Umfahrung Wieselburg in Ybbs ist allerdings abzulehnen. Meines Wissens nach, könnte der Schotter auf Höhe der Wieselburger

Brauerei abgeladen werden. Wir sind jederzeit gewillt unseren Nachbargemeinden zu helfen; in diesem Fall aber steht die Sicherheit und Lebensqualität unserer Bürgerinnen und Bürger auf dem Spiel. Als Bürgermeister habe ich die dringliche Pflicht, mich dafür einzusetzen", bekräftigt Bürgermeister Alois Schroll unnachgiebig.

Unterstützung findet die Stadtgemeinde Ybbs auch durch den Landtagsabgeordneten Dr. Günther Sidl, der den Protest von Bürgermeister Alois Schroll für seine Gemeinde und die Region absolut befürwortet: „Die Belastungen für die Menschen in unserer Region müssen möglichst gering gehalten werden. Was hier im Raum steht ist genau das Gegenteil davon. Das Gestein zu uns zu transportieren, es in Ybbs eventuell sogar zu brechen und dann mit bis zu 130 LKWs zur Baustelle zu transportieren ist nicht hinnehmbar. Vor allem für die besorgten Anrainer. Ich setze mich mit Bürgermeister Alois Schroll intensiv dafür ein, dass diese Maximalvariante nicht kommt. Auch als SPÖ-Umweltsprecher sage ich, dass das ökologisch ein Wahnsinn ist."