Josef Pöchhacker
(* 19. 2. 1938 † 7. 8. 2025)
„Ruhig, besonnen, zurückhaltend, persönlich nie im Rampenlicht, immer freundlich, aber für alle auch eine besondere Respektsperson - so kannte man Josef Pöchhacker in Ybbs. Am Donnerstag der Vorwoche schloss er im 88. Lebensjahr für immer seine Augen. Für die von ihm so hoch geschätzten Mitarbeiter seiner Baufirma war er zeit seines Lebens stets der „Chef“ oder später der „Senior-Chef“. Am Tennis- oder Fußballplatz des ASK Ybbs entweder der Herr Pöchhacker oder für viele oder auch seine Freunde einfach der Josef. Viele von diesen werden ihm am kommenden Donnerstag in der Ybbser Pfarrkirche das letzte Geleit geben. Denn am 7. August verstarb Josef Pöchhacker zu Hause friedlich im 88. Lebensjahr.
Vom Holzbaubetrieb zur Baufirma
Als letztes von sechs Kindern von Ana und Johann Pöchhacker erblickte Josef Pöchhacker am 19. Februar 1938 das Licht der Welt. Im Jahr seiner Geburt gründete der Vater einen Holzbaubetrieb und ein kleines Sägewerk in Griesheim, einem Ortsteil von Ybbs. Der Grundstein für die Firma Pöchhacker war gelegt. Nach der Volks- und Hauptschule in Ybbs absolvierte Josef Pöchhacker die Bauschule in Krems, ehe er für seine Lehrjahre jeweils drei Jahre zuerst zur Firma Traunfellner nach Scheibbs und dann zur Firma Hayden nach Pöchlarn ging. Eigentlich hätte sein älterer Bruder die Firma übernehmen sollen, doch dieser war am letzten Kriegstag in Italien gefallen. Und so lag es an Josef, in die Fußstapfen seines Vaters zu schreiten.
Mit 27 Jahren den Betrieb des Vaters übernommen
Während der Lehrjahre lernte Josef seine Traude kennen und lieben. 1960 wurde geheiratet. Drei Jahre später kam Sohn Gerald zur Welt. 1965 schließlich übernahm Josef Pöchhacker die Zimmerei von seinem Vater mit 13 Mitarbeitern und erweiterte sie durch die Gründung einer Baufirma. Ein Jahr später kam der zweite Sohn Thomas zur Welt. Diesem übergab Josef mit 60 Jahren schließlich 1998 die Firma Bau Pöchhacker, damals mit 75 Mitarbeitern. Josef Pöchhacker schätzte seine Mitarbeiter immer sehr. Er wusste, was er an ihnen hatte und dass ohne deren Einsatz die Firma nicht so erfolgreich geworden wäre. Viel zu früh verlor Josef Pöchhacker seine geliebte Traude. Umso wichtiger waren ihm immer der Zusammenhalt in der Familie, seine Kinder und seine Enkelkinder.
Tief verbunden mit dem ASK Ybbs - Gönner, Tennisfreak und Visionär
Doch Josef Pöchhacker war für Ybbs nicht nur ein wichtiger Arbeitgeber, sondern auch ein Gönner und Förderer der Kultur und des Sports - vor allem der Tennis- und der Fußballsport hatten es ihm angetan. Selbst ein begeisterter Tennisspieler war er über 20 Jahre lang im Vorstand der ASK-Sektion Tennis tätig. Gemeinsam mit Sektionsleiter Rudolf Schneck sorgte Josef Pöchhacker in den 70er- und 80er-Jahren dank Mut und Schaffenskraft – und auch dank einer gewissen „Vereinsverrücktheit“ – für einen Tennisboom in Ybbs. Unter der Führung der beiden wurden das ehemalige Tennis-Klubhaus, zwei zusätzliche Sandplätze und 1979 die erste Tennishalle mit Sandbelag zwischen Linz und St. Pölten errichtet. Einher mit dieser Tennishalle ging auch die Errichtung der überdachten Tribüne für die Fußballer - geplant, gebaut und durchfinanziert von Josef Pöchhacker und am 16. Juni 1979 in Anwesenheit vom damaligen ÖFB-Präsidenten Karl Sekanina von Bürgermeister Rudolf Grosser feierlich eröffnet. Bis in die 1990er-Jahre war Josef Pöchhacker im Tennis-Sektionsvorstand und versäumte – so lange es sein Gesundheitszustand zugelassen hatte – auch kaum ein Heimspiel „seiner“ Ybbser Kicker im Donaustadion bzw. der heutigen Wüsterstrom Arena. Und auch im Ybbser Gemeinderat, dem er von 1985 bis 1995 angehörte, hinterließ Josef Pöchhacker bleibende Spuren.
Verabschiedung am Donnerstag in der Ybbser Pfarrkirche
Die Verabschiedung von Josef Pöchhacker findet am Donnerstag, 14. August, um 14 Uhr in der Ybbser Pfarrkirche statt. Die Beisetzung der Urne erfolgt im engsten Familienkreis. Am Mittwoch, 13. August, findet um 19 Uhr eine Betstunde in der Pfarrkirche Ybbs statt“
© Christian Eplinger (NÖN 2025)











